Anwendung
Vorwärmen
Thermische Vorbereitung für Schweißen, Schmieden und Beschichten
Das Vorwärmen ist eine thermische Vorbehandlung, die das Werkstück auf eine definierte Temperatur bringt, bevor es dem eigentlichen Prozess (Schweißen, Schmieden, Umformen oder Beschichten) zugeführt wird. Es schützt vor thermischem Schock, verhindert Kaltrisse und verbessert Verarbeitbarkeit sowie Qualität des Endprodukts erheblich.
NTH Therm bietet Vorwärmöfen für alle Größenordnungen, vom kompakten Kammerofen für Werkzeugmaschinen-Bauteile bis zum Großherdwagenofen für mehrere Tonnen schwere Schmiedestücke.
Prozessparameter im Überblick
| Anwendung | Temperatur | Ziel |
|---|---|---|
| Vorwärmen vor dem Schweißen | 80–400 °C | Kaltriss-Prävention, Spannungsabbau |
| Vorwärmen vor dem Schmieden | 900–1200 °C | Umformbarkeit, Oxidhaut |
| Vorwärmen vor dem Beschichten | 60–200 °C | Haftung, Entfeuchtung |
| Anlassen großer Bauteile | 200–700 °C | Eigenspannungsabbau nach Schweißen |
Typische Werkstoffe und Bauteile
- Hochfeste Baustähle (S690, S960), warmfeste Stähle (P91, P22)
- Schwere Schmiedeteile, Kurbelwellen, Druckbehälter, Turbinengehäuse
- Gesenke und Warmarbeitswerkzeuge vor dem Einsatz
- Rohrleitungskomponenten und Flansche vor dem Schweißen
Empfohlene NTH Therm Ofensysteme
- Herdwagenofen IWF: für sehr schwere Chargen bis mehrere Tonnen, bis 1300 °C
- Herdwagenofen IWO: für mittelschwere Chargen, flexible Beladung
- Kammerofen ICF: für kleinere Bauteile, bis 1300 °C
- Kammerofen ICO: für Vorwärmen bei niedrigen Temperaturen mit exzellenter Gleichmäßigkeit
Häufige Fragen
Warum muss Stahl vor dem Schweißen vorgewärmt werden?
Das Vorwärmen verringert die Abkühlgeschwindigkeit der Schweißnaht und der Wärmeeinflusszone. Das verhindert Kaltrisse durch Wasserstoffversprödung, reduziert thermische Spannungen und verbessert die Zähigkeit der Schweißverbindung, besonders wichtig bei hochfesten Stählen und großen Wandstärken.
Welche Vorwärmtemperaturen sind beim Schweißen typisch?
Die Mindestvorwärmtemperatur hängt von der Stahlsorte, der Wandstärke und dem Wasserstoffgehalt der Elektroden ab. Für hochfeste Baustähle (S690, S960) und warmfeste Stähle liegen die Werte typischerweise zwischen 80 °C und 250 °C, für hochlegierte Stähle bis 400 °C.
Wie lange dauert das Vorwärmen großer Schmiedeteile?
Die Durchwärmzeit hängt vom Bauteilquerschnitt ab. Als Faustregel gilt: 1 Stunde pro 25 mm Wanddicke im Ofen. NTH Therm Herdwagenöfen ermöglichen dabei auch das Vorwärmen sehr großer Schmiedestücke von mehreren Tonnen.